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Stern

26. 5. 18 - WRWS - Ranch-Riding-Kurs im Juni bei Leckebusch.

9 & 10. JUNI: RANCH-RIDING-KURS MIT CAROLINE LECKEBUSCH

1½-Tage-Lehrgang – Samstag und Sonntag Vormittag;
Thema: Ranch-Riding-Training und Pattern-Reiten –
Vorbereitung für Turnier-Reiter oder solche, die es werden wollen.

Preis: 150,– € + 30,– € für die Box Sa. & So.

Beginn Samstag 10 Uhr – 17 Uhr und Sonntag 9.30 – ca. 13 Uhr.

Anmelde-Unterlagen anfordern bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

leckebusch.com


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23. 5. 18 - WRWS/AQHA -  - Show Management Workshops
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22. 5. 18 - WRWS/Böhme-Zeitung - Erstmals Wolfsjagd auf Pferde beobachtet.

von Bernhard Knapstein

Selsingen/Heidekreis.
Zwei als „Wölfe“ beschriebene Raubtiere wurden am Abend des 8. Mai in Selsingen, Kreis Rotenburg, von einem Jäger dabei beobachtet, wie sie auf einer Weide eine Herde zwei- und dreijähriger...

Pferdeweiden sind in aller Regel nicht wolfssicher eingezäunt, Übergriffe von Wölfen gelten als unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. 

Zwei als „Wölfe“ beschriebene Raubtiere wurden am Abend des 8. Mai in Selsingen, Kreis Rotenburg, von einem Jäger dabei beobachtet, wie sie auf einer Weide eine Herde zwei- und dreijähriger Hannoveraner-Pferde jagten, bis diese in Panik den Weidezaun durchbrach und davonstob. Ein alles andere als alltäglicher Fall, wenn man der Naturschutzorganisation Nabu Glauben schenken darf. „Dass Wölfe Pferde jagen, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich“, bestätigt Marie Neuwald vom Nabu gegenüber der Böhme-Zeitung noch einmal ausdrücklich.

Dennoch nimmt der Nabu das Thema offensichtlich ernst, hat sogar eigens einen umfangreichen Leitfaden „Pferd und Wolf – Wege zur Koexistenz“ herausgegeben. Laut dem 2015 erschienenen Papier gab es in Deutschland noch keinen bestätigten Übergriff von Wölfen auf Pferde.

Damit scheint es nun vorbei zu sein. Zwar sind die Raubtiere noch nicht als Wölfe offiziell bestätigt. Doch die Böhme-Zeitung hat mit dem Jäger sprechen können, der den Vorfall beobachtet hat. Er hat die beiden Raubtiere als Wölfe erkannt, sie zudem „schnüren“ sehen, sie sind also wolfstypisch hintereinander gelaufen, was Hunde allenfalls im tiefen Schnee tun. „Auf der Weide haben die Wölfe die Pferde hin und her getrieben“, beschreibt der Jäger die Situation. Aus Angst vor Bedrohungen will er namentlich allerdings nicht genannt werden, zu emotional wird das Thema Wolf diskutiert.

Es sei „ein größerer, etwas dunklerer Wolf“ gewesen und ein etwas kleineres Tier. Ob Pärchen oder zwei Rüden, kann der Jäger nicht sagen. „Der kleine Wolf war hinter den Tieren, der große hat versucht, den Weg der Pferde zu kreuzen“, beschreibt er. Er habe nicht die ganze Weide im Blickfeld gehabt, konnte nicht alles sehen. Doch zuletzt hatten die Raubtiere die ausgewachsenen Pferde in eine Ecke gedrängt, sodass Panik unter den Hannoveranern ausbrach, die Umzäunung eingedrückt wurde und schließlich die ganze Herde ausbrach. Der Jäger hatte umgehend die Besitzer informiert, sei von seinem Hochsitz runter und Richtung Bundesstraße 71 gelaufen. „Panische Pferde im Straßenverkehr, das kann gefährlich werden“, weiß der Mann. Die Polizei sei dann auch bald erschienen, habe die Straße gesichert.

Der zuständige Wolfsberater hat Haarproben gefunden, die zur Auswertung an das Gelnhausener Senckenberg-Institut weitergeleitet wurden. Die Analyse der Proben steht noch aus. Damit gilt der Vorfall als unbestätigt – trotz des wildfachlich geschulten Waidmanns als Zeuge.

Familie Brunkhorst, die Besitzer der Pferde, hat ihre Herde erst nach 24 Stunden wieder beisammen gehabt. Einige Tiere seien verletzt gewesen. „Das waren nicht nur Schrammen, da gab´s auch richtige Löcher im Fleisch“, sagt Tierhalterin Silke Brunkhorst, die selbst Tierärztin ist. Die Verletzungen seien nicht von den Wölfen direkt, sondern fluchtbedingt entstanden.

Wolfssichere Zäune für 25 Hektar Weiden nicht realistisch
Doch noch mehr als die insgesamt „leichten Verletzungen“ der Tiere ärgert Brunkhorst, dass der Wolf überhaupt auf dicht besiedeltem Gebiet in Niedersachsen zugelassen wird. Es sind eher das Grundsätzliche und das Existenzielle, das sie umtreibt. Jetzt müssen sich Brunkhorsts mit der Zukunft ihrer Pferdewirtschaft auseinandersetzen. Es geht um Flächen für immerhin 100 Hannoveraner. „25 Hektar Weideland wolfssicher zu umzäunen, das ist doch nicht realistisch“, sagt die Tierärztin. „Die Pferdehaltung ist für uns als Familienbetrieb mit drei Generationen nicht nur ein Nebenerwerb, das ist ein großer Betriebsteil.“ Man könne so große Flächen nicht einzäunen. Zudem seien die Flächen dann auch für Rehe und andere Tiere nicht mehr nutzbar.

Dass Wölfe dabei beobachtet werden, wie sie Pferde gezielt – wenn auch erfolglos – jagen, ist neu. Dass Pferde heftig auf anwesende Wölfe reagieren, allerdings keineswegs. Wenige Tage vor dem Selsinger Ereigniss berichtete die Bremervörder Zeitung, dass eine 21-jährige Oerelerin von ihrer Haflingerstute abgeworfen worden sei, als ein Wolf hinter dem Pferd den Weg gekreuzt habe – nur wenige Kilometer von Selsingen entfernt.

Ein weiterer Vorfall betraf bereits vor zwei Jahren Pferde des Celler Landgestüts. Die Böhme-Zeitung hat den Fall nachkonstruieren können, denn offiziell wurde über den Fall nicht berichtet. In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 2016 gerieten 50 Junghengste (Jährlinge) des Celler Landgestüts auf einer Sommerweide in Neuhaus im Solling in Panik, brachen aus und gerieten in den Straßenverkehr. Zahlreiche Tiere wurden verletzt, zwei blieben gänzlich verschwunden, ein Tier musste notgetötet werden. Offiziell bestätigt wurde es nicht, aber der Vorfall ereignete sich im Zusammenhang mit der Wolfsichtung eines Försters im nahen Hunnesrück.

Für einen Mitarbeiter des Landgestüts ist die Sachlage klar. Es sei damals zwar auch ein möglicher Diebstahl der beiden verlustigen Hengste diskutiert worden, dass könne aber die ausgeprägte Panik der Tiere nicht erklären. „Es ist auch nicht möglich, panische Tiere mal eben in der Nacht zu verladen und zu entführen“, sagt der erfahrene Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will. „Die Sache mit dem Diebstahl ist Mumpitz, das funktioniert so nicht.“ Ob die beiden nicht mehr aufgefundenen Pferde Opfer von Wölfen wurden, bleibt Spekulation – Kadaver wurden in dem 30 Quadratkilometer großen Mittelgebirge jederfalls bisher keine gefunden. Die Wolfssichtung und die seinerzeitige Debatte über den Wolf als mögliche Ursache bestätigt allerdings Landstallmeister Dr. Axel Brockmann knapp angebunden.

Auffällig an dem Vorfall: Der damalige Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), dem als Minister das staatliche Celler Landgestüt unterstand, verfügte offensichtlich einen Maulkorberlass. Offiziell verlautet das Landgestüt Celle, von einem Maulkorb sei nichts bekannt. Doch unter Mitarbeitern ist von einem eindeutigen Anruf aus dem Ministerium die Rede. Über die Angelegenheit sollte geschwiegen werden. Auch der Förster, der den Wolf bei Hunnesrück gesichtet hatte, soll einen direkten Anruf aus Hannover bekommen haben.

Auf Anfrage der Böhme-Zeitung erklärt Landstallmeister Brockmann, das Landgestüt habe bisher keine vorbeugenden Maßnahmen gegen Wolfsübergriffe ergriffen. „Eine wolfssichere Einzäunung ist weder für Pferde noch für Rinder, sondern nur für kleine Wiederkäuer vorgeschrieben.“

Im Heidekreis selbst, wo mehrere Wolfsrudel residieren, geht es unter Pferdehaltern offensichtlich ebenfalls noch eher ruhig zu. Mehrere von der BZ befragte Höfe mit Pferdewirtschaft bestätigen das, auch wenn fast jeder Hof schon Touristen hatte, die den Wolf bei Ausritten zumindest in der Ferne wahrgenommen haben wollen.

Wolf noch kein Problem für Pferdehalter im Heidekreis
Für Familie Meyer aus Zahrensen, die mit zahlreichen Kutschen für Touristen in der Heide präsent ist, spielt der Wolf bisher gar keine Rolle. Auf dem Behringer Rosenhof, wo erst ein Jahr zuvor neun Schafe gerissen wurden, registriert man immerhin ein zunehmendes Interesse der Touristen. „Urlauber fragen oft am Telefon oder per Mail, ob man noch ausreiten könne“, sagt Rolf Albers. Man bestätige, dass das Ausreiten sicher sei. Lediglich die eigenen Kinder dürfen nur noch auf dem Hof reiten, zu groß ist die Sorge, dass die Pferde angesichts einer Wolfsbegegnung scheuen, die Kinder abwerfen. Aber Schlimmes sei sonst noch nicht passiert.

Auch auf dem Ferienhof Cohrs in Bispingen wird viel nach dem Wolf gefragt. Touristen kämen zwar noch unvermindert, aber die Buchungen von Reitern mit eigenem Pferd gingen zurück, resümiert Marianne Cohrs. Auch beim Isländer-Gestüt Bockholtshoff in Lünzen hat man noch keine negativen Erfahrungen gesammelt. Es habe nur einen unerklärlichen Vorfall eines nächtlichen Ausbruchs sichtlich verängstigter Pferde gegeben, bei dem man über einen Wolfshintergrund diskutiert habe.

Der Wolfsbeauftragte des Hannoveraner Verbands Dr. Burkhard Kirchhoff glaubt dennoch, dass der Reitertourismus zurückgehen wird, Übergriffe auf Weidetiere zunehmen werden, wenn erst die Wildbestände in den Wäldern zurückgingen. Wenn die Politik hier nicht transparent sei, habe das Folgen. „Es gibt 4 Millionen Reiter und 800.000 Pferdehalter in Deutschland – das ist eine relevante Gruppe“, betont Kirchhoff. Und: Wenn die Menschen nicht wüssten, „wie man mit dem Wolf umgehen soll, führt das emotional zu Wut“.

Ob der aktuelle Vorfall von Selsingen eine offizielle Bestätigung durch das niedersächsische Wolfsbüro erfährt, ist noch offen – ebenso, wo das Wolfsmanagement unter der neuen Landesregierung im Pferdeland Niedersachsen hinführen wird. 


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